Das kleine Wunder von Urspring

Glücklicher Dreiervergleich

Das kleine Wunder von Urspring:

Jahn gelingt Überraschungscoup gegen den Tabellenführer, zieht damit ins Aufstiegsturnier ein - das Nachsehen haben vorerst die Lokalkonkurrenten von München-Ost.

Die nur drei Spiele kurze Einteilungsrunde der NBBL ging an diesem Sonntag in ihr Finale. Und vielerorts in Deutschland war noch alles offen. So auch in Gruppe 8, wo noch jede der vier Mannschaften die Plätze 1-2 (gleichbedeutend mit dem Einzug ins Aufstiegsturnier) oder 3-4 (Verbleib in der B-Runde) erreichen konnte. Jahn ging mit einer Bilanz von einem Sieg und einer Niederlage und personell unterbesetzt ins entscheidende Spiel gegen hoch favorisierte Urspringer, die bis dahin zwei deutliche Siege erreichen konnte.

Einer dieser Tage

Es sollte für die Münchener einer dieser Tage werden, an dem alles klappt, was klappen kann. Zumindest drei Viertel lang. Taktisch gut eingestellt und hochmotiviert gingen die Jahnler in die Partie. Jahn fand eine gesunde Balance im Offensivspiel und scorte, wenngleich ohne mehrere Leistungsträger antretend, 29 Punkte im ersten Viertel (16:29). Urspring brauchte eine Weile, um den Schrecken zu verdauen, und konnte sich mit einem ausgegleichenen zweiten Viertel im Spiel halten (36:49). Die Gastgeber fanden offensiv keinen Rhythmus, trafen am Ende nur sechs ihrer 41 Dreipunktewürfe.

Währenddessen schien es phasenweise, als könnten die Jahnler am offensiven Brett nicht verwerfen. Im dritten Viertel ging den Gästen langsam die Puste aus. Urspring kam nun deutlich besser ins Spiel, was sich auf der Anzeigetafel aber nicht bemerkbar machte. Jahn traf weiterhin nach Belieben, führte zeitweise mit 25 Punkten und ging mit 21 Zählern Vorsprung in den Schlussabschnitt.

+21 vor Viertel Nummer vier

Hier wendete sich das Blatt nun auf dramatische Weise. Urspring wechselte in den Berserker-Modus und spielte auf beiden Seiten ohne Rücksicht auf Foulpfiffe, Jahn misslang es minutenlang, der Physis Paroli zu bieten. Was folgte, war eine Aneinanderreihung von Jahn-Ballverlusten, Urspring-Fastbreaks und Urspring-Offensivrebounds. Fast schon unlogische 26 Offensivrebouds sollten es am Spielende sein. Als der Vorsprung gute vier Minuten vor Ende auf wackelige sechs Punkte geschmolzen war (73:79), übernahm der an diesem Tag überragende Anton Linie Blaudeck (25 Punkte, 14 Rebounds) das Kommando in der Verteidigung.

84:90 - hoch genug für Jahn

Das beendete den Höhenflug der Urspringer, beide Teams spielten von hieran auf Augenhöhe. Es blieb hochspannend bis zum Schluss, auch weil Jahn mit mehreren Punkten Vorsprung gewinnen musste, um sich über einen Dreiervergleich in der Tabelle auf den zweiten Platz zu hieven. Die Münchener hatten schließlich das bessere Ende für sich, das Endergebnis von 84:90 war hoch genug.

Jetzt nach Nürnberg, drei Spiele in zwei Tagen

Am kommenden Wochenende fährt die Jahn-Truppe nach Nürnberg. Dort warten drei volle Spiele in zwei Tagen, die Gegner heißen Würzburg, Urspring und Nürnberg. Die ersten drei Mannschaften des Turniers ziehen in die A-Runde ein, der Viertplatzierte verbleibt in der B-Runde.