NBBL auf Tour: erste Niederlage in Erfurt

Keine Führung ist sicher

Jahns NBBL-Combo verspielt 15-Punkte-Führung in Gotha und gewinnt nach 17-Punkte-Rückstand in Dresden

Seine erste echte Belastungsprobe ist bestanden: Der neue Jahnbus absolvierte die 1.100km lange Auswärts-Tournee der NBBL mit Bravour und brachte die erschöpfte Nachwuchsmannschaft durch dichtes Schneetreiben sicher nach Hause. Die Insassen hatten ein sportlich herausforderndes Wochenende mit zwei Spielen erlebt, die jeweils einer Achterbahnfahrt glichen.

Erster Halt Gotha

Den Start machte am Samstagabend das Spiel in Gotha, wo die Basketball-Löwen Erfurt die Zwuckels empfingen. Die Gastgeber überraschten die Jahnler mit einer ungewöhnlich physischen Gangart. Die Schiedsrichter überraschten die Jahnler damit, dass sie den Stil der Heimmannschaft durchgehen ließen. Jahn überraschte mit klugem Passspiel und insgesamt diszipliniertem Angriffsverhalten, solange die Energiespeicher das hergaben. Das gipfelte in einer 15-Punkte-Führung Mitte des dritten Viertels (54:69).

Dann war der Tank leer. Das frisch erworbene Upgrade im Zusammenspiel wurde zurückgesetzt, die Urinstinkte männlicher Jugendspieler (= Dribbeln als primäre Fight-or-Flight-Reaktion) traten zum Vorschein. Da die Münchener Ballführer weiterhin vogelfrei waren, führte das zu zahlreichen Ballverlusten. Jahn dribbelte die Gäste zurück ins Spiel, die sich mit einem 18:1-Lauf bis zum Viertelende bedankten und die Führung übernahmen (72:70). Ein Aufbäumen blieb aus, die Gäste fanden nie wieder nachhaltig zurück in erfolgreiche Muster und verloren auch das letzte Viertel deutlich.

Am Ende steht ein 99:87 für die Erfurter, die damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.

Gleich weiter nach Dresden

Zwischen Gotha und Dresden liegen weitere knappe drei Stunden Autofahrt, die noch am selben Abend zurückgelegt wurden. Um halb 12 Uhr nachts wurden die Zimmer in der Jugendherberge bezogen, um 7 Uhr irgendwas beendeten die Wecker die unvollständige Nacht: Zeit zum Frühstücken, denn das Spiel gegen die Dresden Titans startete bereits um 10 Uhr. Die frühe Tipoff-Zeit war beiden Mannschaften anzumerken, wobei die Gastgeber mit den Umständen besser klarzukommen schienen: Dresden ging mit einer 10-Punkte-Führung in die erste Viertelpause (25:15), konnte im zweiten Abschnitt sogar noch weiter wegziehen (42:28), ehe Jahn vor Ende der Halbzeit ein paar Minuten lang verteidigte und den Rückstand bis zum Seitenwechsel halbieren konnte (35:42).

Dann nahm das Unheil seinen Lauf. Die Münchener hatten das gesamte Spiel über keine Antworten auf die kreativen Aufbauspieler der Gastgeber, die immer wieder gratis zum Korbleger kamen. Am Ende sollte eine rekordverdächtige Zweierquote von 76% auf dem Scoutingbericht stehen. Im dritten Viertel eskalierte die Lage, als die Verteidigung bereits in der ersten Reihe einbrach. Dresden zog verdient auf 59:42 davon und blieb auch danach spielerisch überlegen. Doch Jahn rettete sein Überleben mit drei Dreiern, konnte beim 67:54 vor dem Schlussviertel noch auf ein Wunder hoffen. Das Wunder sollte geschehen.

Die Gäste gaben sich nicht auf, spielten nun außerordentlich diszipliniert und belohnten sich selbst mit 12/14 Freiwürfen. Nun fehlten Dresden die Mittel gegen die nahezu fehlerfrei agierende Jahn-Offensive, die mit 35 Punkten im letzten Viertel einen neuen Saisonbestwert aufstellte. Auf der Gegenseite versuchten es die Dresdener immer wieder mit Würfen von außen, die aber an diesem Sonntagmorgen einfach nicht fallen wollten (2/21). Knappe vier Minuten vor Ende gingen die Zwuckels erstmals in Führung (73:74), die sie nie wieder hergaben. Endergebnis: 82:89.

Einmal spielfrei, dann zuhause gegen Chemnitz

Nach einem spielfreien Wochenende geht es für die NBBL am 08.02. mit einem Heimspiel gegen Chemnitz weiter. Hochklassig dürfte es werden, wenn die Tabellenvordersten aufeinandertreffen, auch wenn es sportlich für beide Mannschaften um nichts mehr geht. Tipoff ist um 15:00 in der Ruth-Drexel-Schule.