Vermasselt

Comeback bei München Ost wird nicht belohnt, 96:87 für die Nachbarn

Als letzte "große" Mannschaft stieg an diesem Dienstag die Jahn-U19 in ihren Spielbetrieb ein. Im neuen Modus mit einer nur drei Spiele langen Einteilungsrunde ist gleich das erste Spiel richtungsweisend in wahlweise A- oder B-Runde. Jahn hatte in der Vorbereitung vielversprechende Leistungen gezeigt. Doch der Saisonstart hat immer seine eigenen Gesetze.

Hexenkessel kleine Ost-Halle

Die viel zu kleine und viel zu volle Ost-Halle leistete ihren Beitrag, verwandelte sich in den erwarteten Hexenkessel und verlangte den Stimmbändern der Spieler und Trainer alles ab. Unkoordinierte Verteidigung auf beiden Seiten prägte die Anfangsphase. Beide Teams kamen immer wieder bis zum Korb durch. Jahn verschlief die Hilfen vollends, während sich die Gastgeber nur mit Fouls zu helfen wussten. Der ruppige Stil war von Erfolg geprägt, weil die Zwuckels zunächst viel von der Linie liegen ließen und die Schiedsrichter ab dem zweiten Viertel erheblich mehr Kontakte durchgehen ließen. Jahn verkrampfte zunehmend, fand vorne keine Lösungen mehr für die veränderte Situation.

Um die Defensive zum Leben zu erwecken, stellten die Zwuckels Mitte des zweiten Viertels auf eine Zonenverteidigung um. Es half nichts. Statt geschenkter Korbleger gab es jetzt geschenkte Dreipunktewürfe, der sechste getroffene Ost-Dreier des Viertels, versenkt durch Importspieler Diego Lozano Escobar, erhöhte die Führung auf 20 Punkte (52:32). Mit einem Mini-Lauf verkürzte Jahn den Rückstand zur Halbzeit (52:39).

Heft des Handelns

In der zweiten Halbzeit zeigten die Jahnler ein anderes Gesicht. Das lange vermisste defensive Zusammenspiel war nun phasenweise zu erkennen, Jahn übernahm das Heft des Handelns. Die Führung schrumpfte, während auf Seiten der Gastgeber Dzenis Hodovic, der bei Jahns Kooperationspartner Oberhaching in der ProB aufläuft, heißlief. Mit Fabelquoten von außen hielt er seine Truppe erst im Spiel (Jahn hatte zu Beginn des vierten Viertels auf 72:71 verkürzt), um dann immer weiter aufzudrehen. Sein persönlicher 7-Punkte-Lauf stellte ein Polster her, das bis zum Spielende hielt. Der Bosnier traf trotz Sonderbewachung fünf seiner sechs Dreier in der zweiten Halbzeit, am Ende kam er auf 40 Punkte.

Jahn kämpfte bis zum Schluss und verdient viel Lob für die zweite Halbzeit, doch die Hypothek der ersten 20 Minuten wog zu schwer. Mit 96:87 gewinnt Ost am Ende etwas glücklich, aber insgesamt verdient.

Nur noch zwei Spiele in der Einteilungsrunde

Das nächste Spiel ist schon am Horizont zu sehen: Am Sonntag (18.10.) empfängt Jahn die Orange Academy aus Ulm in der frisch renovierten alten Jahnhalle (Weltenburger Straße 53). Tipoff ist um 13:30.

Wer kein Leben hat, kann den ganzen Tag in der Halle verbringen: Vor der NBBL spielt die JBBL gegen München Ost (11:00), nachher die WNBL gegen Rosenheim (16:00).

Dreimal Bundesliga-Jugend, das gibt's nicht oft zu sehen in Deutschland!